Schlagwort-Archiv: Lesung

20 Jahre FörSteR – Jubiläumsfest

Zu einem zweitägigen Fest zum zwanzigjährigen Jubiläum hatte der Förderverein der Stadtteilbibliothek Rödelheim FörSteR e.V. am 14. und 15. Juni eingeladen.

Mit einem gewaltigen Zuspruch wurde am Freitag eine Mal- und Bastelaktion in der Stadtteilbibliothek Rödelheim von den Kindern aufgenommen. Es wurde geklebt, geschnippelt und gemalt. Die unterstützenden FörSteRinnnen waren heftig gefordert, den Wünschen der jungen Künstlerinnen und Künstler nachzukommen. Ruhiger ging es beim Lesepatenfestival zu. Die beteiligten Kinder überzeugten mit ihrem Mut, vor einem ihnen unbekannten Publikum vorzulesen. Sie präsentierten ihre erstaunlichen Lesefortschritte, die sie in kurzer Zeit erworben hatten. Als dann der Kinderliedermacher Wolfgang Hering die Kinder zum Mitsingen und Mitmachen animierte, war die Mitspielfreude kaum zu bändigen. Die Stimmung auf den Punkt brachten beim Kinderfest die Mädchen und Jungen, als sie aus eigener Initiative dem FörSteR ein Geburtstagsständchen brachten. Wie selbstverständlich wurde in den verschiedenen Herkunftssprachen der Kinder Happy Birthday auf Türkisch, Arabisch, Englisch, Deutsch und Polnisch und schließlich nochmals alle gemeinsam auf Englisch gesungen. Ein größeres Dankeschön hätten die Kinder dem FörSteR nicht machen können.

Am frühen Samstagnachmittag bot das Programm für die erwachsenen Freundinnen und Freunde des FörSteR im Rödelheimer Vereinsringhaus kammermusikalischen Jazz mit dem Axel Freudenberger Duo bei gemütlichem Kaffee und Kuchen. Eine junge Glücksfee zog dann die GewinnerInnen des Jubiläumsquiz, die sich über großzügige Preise von Rödelheimer Geschäftsleuten freuen konnten. Mit seiner Lesung aus »Die Hesselbachs« schlug Jo van Nelson die voll besetzten Reihen im Garten und auf der Terrasse des Vereinsrings in den Bann und begeisterte mit dem Klassiker in hessischer Mundart, die auch Eingeplackte verstanden. Die Sonne lud den Nachmittag über mit angenehmen Temperaturen zum Verweilen ein. Und zum Abschluss des Festes sorgten die Blue Blistering Barnacles mit Irish Folk für beste Stimmung beim Publikum.

Jubiläumsfest: 20 Jahre FörSteR

Seit 20 Jahren unterstützt der Förderverein der Stadtteilbibliothek Rödelheim e.V. die Bibliothek bei ihrer wichtigen Arbeit und bereichert mit anspruchsvollen Veranstaltungen das kulturelle Leben in Rödelheim.

Am zwei Tagen wollen wir unser Jubiläum feiern: am Freitag, 14. Juni mit einem Programm für Kinder in der Stadtteilbibliothek Rödelheim und am Samstag, 15. Juni im Garten des Vereinsringhauses mit Musik und Literatur und einem Quiz.

Freitag, 14. Juni 2024, Stadtteilbibliothek Rödelheim:
14 Uhr: Mal- und Bastelaktion für 6- bis 12-Jährige
16 Uhr: Lesepaten-Festival
17 Uhr: Liedermacher Wolfgang Hering mit einem musikalischen Mitmachprogramm

Samstag, 15. Juni 2024, Vereinsringhaus Rödelheim:
16 Uhr: Axel Freudenberger Trio, Kammerjazz
17 Uhr: Ziehung der Gewinner des Jubiläums-Quiz
18 Uhr: Jo van Nelsen liest „Die Hesselbachs“
19 Uhr: Blue Blistering Barnacles, Irish Folk

Frankfurt liest ein Buch 2024

26. April 2024: Florian Wacker liest aus seinem Roman Zebras im Schnee

Bei seinen Recherchen für eine Ausstellung über das Bauhaus-nahe Stadtplanungsprogramm »Neues Frankfurt« stößt der New Yorker Kunsthistoriker Richard Kugelman auf ein Ende der 1920er-Jahre aufgenommenes Foto seiner Mutter Franziska. Fotografin war eine gewisse Ella Burmeister. Auf einer Reise in die Main-Metropole taucht Richard in die Lebensgeschichte dieser nach dem Krieg vergessenen
Foto-Künstlerin ein und versucht herauszufinden, was Franziska und Ella verband und warum seine Mutter nach ihrer Flucht in die USA 1933 nie wieder von Ella und der gemeinsamen Zeit in Frankfurt gesprochen hat. Richard gerät in eine Geschichte zweier junger Künstlerinnen, die auch sein Leben für immer verändert.

Florian Wacker, Frankfurt liest ein Buch, Zebras im Schnee
Vor ausverkauftem Haus las Florian Wacker aus seinem neuen Roman „Zebras im Schnee“.

Florian Wacker arbeitete in der Behindertenhilfe, der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Jugendhilfe. Seit 2018 schreibt er Romane, Krimis und gelegentlich auch fürs Theater. Für seine literarischen Arbeiten erhielt er zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. wurde er mit dem Robert Gernhardt-Preis ausgezeichnet. Florian Wacker lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main.

Die Erfinderin der Frankfurter Küche

Petra Schwerdtner und Dr. Adolf Fink in der Rödelheimer Stadtteilbibliothek
Gemischtes Doppel: Petra Schwerdtner und Adolf Fink

15. September 2023: Petra Schwerdtner und Dr. Adolf Fink, eine Kulturwissenschaftlerin und ein Germanist, stellen im »Gemischten Doppel« Margarete Schütte-Lihotzky vor, eine der bedeutendsten Frauenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Als erste Frau schloss Schütte-Lihotzky in Österreich ihr Architekturstudium ab und wurde 1926 von dem Stadtplaner Ernst May nach Frankfurt berufen. Hier erfand sie die »Frankfurter Küche«, die als Prototyp der modernen Einbauküche gilt. 2022 jährte sich ihr 125. Geburtstag, den Petra Schwerdtner und Adolf Fink zum Anlass nehmen, die Gestalterin, aber auch die Widerstandskämpferin und politische Aktivistin vorzustellen. Sie lesen aus Margarete Schütte-Lihotzkys Autobiographie, den Reisetagebüchern und Briefen und ihren »Erinnerungen aus dem Widerstand«.

Petra Schwerdtner gründete die Agentur „kunstkontakt“, leitet die Geschäftsstelle des Deutschen Werkbundes und lehrt u. a. an der Fachhochschule Frankfurt.
Dr. Adolf Fink unterrichtet an der Universität des 3. Lebensalters, schreibt für die
FAZ und leitet diverse Literaturkreise.

Frankfurt liest ein Buch 2023

28. April 2023: Im Gespräch mit der ehemaligen hr2 kultur-Redakteurin Ruth Fühner stellte Deniz Ohde ihren »bestürzender Bildungsroman« (FAZ) „Streulicht“ vor.

Deniz Ohde (Mitte) im Gespräch mit Ruth Fühner und Brigitte Dinger.

In ihrem gefeierten Debütroman erkundet Deniz Ohde die Sollbruchstellen im Leben der Erzählerin und erzählt von den Zuschreibungen und Erwartungen an sie als Arbeiterkind, der Kluft zwischen Bildungsversprechen und erfahrener Ungleichheit und dem Versuch, sich von der verinnerlichten Abwertung zu befreien. Industrieschnee markiert die Grenzen des Orts, eine feine Säure liegt in der Luft, und hinter der Werksbrücke rauschen die Fertigungshallen, wo der Vater tagein, tagaus Aluminium­bleche beizt. Hier ist die Ich-Erzählerin aufgewachsen, hierher kommt sie zurück, als ihre Kindheitsfreunde heiraten. Und während sie die alten Wege geht, erinnert sie sich: an den Vater und den erblindeten Großvater, die kaum sprachen, die keine Veränderungen wollten und nichts wegwerfen konnten, bis der Hausrat aus allen Schränken quoll. An die Mutter, deren Freiheitsdrang in der Enge einer west­deutschen Arbeiterwohnung erstickte, ehe sie in einem kurzen Aufbegehren die Koffer packte und die Tochter beim trinkenden Vater ließ. An den frühen Schulabbruch und die Anstrengung, im zweiten Anlauf Versäumtes nachzuholen, an die Scham und die Angst – zuerst davor, nicht zu bestehen, dann davor, als Aufsteigerin auf ihren Platz zurückverwiesen zu werden.

»Wein könnte sein … geschmolzener Edelstein«

16. September 2022: Ein trinkfreudiger literarischer Streifzug von der Antike bis in die Gegenwart mit Martin Maria Schwarz

»Wenn ich judizieren soll, brauche ich auch das Maul recht voll.«
(Goethe über die Weinprobe)

Außer der Liebe und der Natur hat kein anderes Motiv je bei Schriftstellern, Poeten und Philosophen einen solchen Anklang gefunden wie der Wein. Wie ein roter Faden zieht sich die Weindichtung von der Antike über Goethe, Lessing oder Edgar Allen Poe bis in die jüngste zeitgenössische Literatur.

Martin Maria Schwarz. Foto: Dinger

Martin Maria Schwarz, (Wein-) Journalist, Gastrokritiker, Hörbuchsprecher und Moderator von hr2 Kultur, stellte die Literaturgeschichte des Weins in Erzählungen, Romanauszügen, Gedichten und Krimis vor. Ein ebenso unterhaltsamer wie erkenntnisreicher Abend – für den Kopf und für den Gaumen.

Frankfurt liest ein Buch 2022

Irmgard Keuns Roman »Nach Mitternacht«

Freitag, 6. Mai: Im Rahmen des Lesefests „Frankfurt liest ein Buch“ fand in der Stadtteilbibliothek Rödelheim eine Lesung zu Irmgard Keuns Roman „Nach Mitternacht“ statt. Die Frankfurter Schauspielerin Bettina Kaminski, Mitglied des Freien Schauspiel Ensembles, las Passagen aus diesem wichtigen Roman der deutschen Exilliteratur und begeisterte das Publikum durch ihren lebendigen Vortrag. Heinrich Detering, Herausgeber der Irmgard Keun-Gesamtausgabe und Autor des Nachworts der Neuausgabe von „Nach Mitternacht“, musste seine Teilnahme leider kurzfristig absagen, seinen Part übernahmen Inge Pauls und Ulrich Sonnenberg.

Der Roman: Frankfurt, 1936: Menschenmassen strömen auf den Opernplatz und warten auf den Besuch Hitlers. Mittendrin und doch abseits verfolgt die 19-jährige Susanne das Geschehen. Voller Sehnsucht wartet sie seit ihrer Flucht aus Köln auf ein Lebenszeichen von ihrem Verlobten Franz, der an die Gestapo verraten wurde und den Denunzianten umgebracht hat. Kurz vor Mitternacht muss Susanne sich entscheiden, ob sie ihre Heimat verlassen soll, um mit Franz zu fliehen. Durch die Augen ihrer Erzählerin schildert Irmgard Keun den Alltag im nationalsozialistischen Deutschland. Mit genauer Beobachtungsgabe und scharfem Humor beschreibt sie die Erlebnisse, Gespräche und Widersprüchlichkeiten der Menschen in dieser Zeit.

Die Autorin: Irmgard Keun (1905–1982) feierte mit ihren beiden ersten Romanen, „Gilgi – eine von uns“ und „Das kunstseidene Mädchen“ sensationelle Erfolge. 1936 ging sie ins Exil, 1937 erschien „Nach Mitternacht“ in Amsterdam.

Krimilesung im Brentanobad

Detlef Fechtner. Foto: Förster

9.7.2021: Detlef Fechtner liest aus „Tod im Bankenviertel

Ein Körper stürzt aus dem 47. Stock der Frankfurter Hypo-Union-Zentrale im noblen Westend. Ungewollt kommt der Journalist Oskar Willemer kriminellen Finanzprofis auf die Schliche, die einen Absturz der Aktienkurse provozieren wollen, um kräftig daran zu verdienen. Als seine skrupellosen Gegenspieler auf ihn aufmerksam werden, wird Oskar vom Jäger zu Gejagten. Mit Hilfe einer jungen Wirtschaftsprofessorin und der Bundesbank versucht Oskar, einen Börsencrash in letzter Sekunde zu verhindern. »Spannender Frankfurt-Krimi aus der Feder eines Finanzjournalisten. Der muss es wissen.« Frankfurter Neue Presse

Detlef Fechtner arbeitet als stellvertretender Chefredakteur bei der Börsen-Zeitung in Frankfurt. Der ausgewiesene Kenner der Banken- und Börsenszene spiegelt in seinem Thriller das Zusammenspiel von Händlern, Bankern und Journalisten am Finanzplatz Frankfurt wider. Dort, wo die Gier auf schnelle Profite manche dazu verführt, es mit dem Recht nicht so genau zu nehmen.

Was heißt hier »wir«?

Professor Dr. Heinrich Detering. Foto: Förster

31.1.2020: Heinrich Detering zur Sprache der parlamentarischen Rechten

Rechte Politiker sprechen von »Entsorgung«, von »Umvolkung«, von »Kopftuchmädchen« und »Messermännern«. Davon, dass Hitler ein »Vogelschiss« gewesen sei. Und vor allem nehmen sie für sich in Anspruch, für »uns« und »unser Deutschland« zu sprechen. Doch was für ein »Wir« setzen sie da überhaupt voraus?

Der Literaturwissenschaftler und Leibnitz-Preisträger Heinrich Detering wirft einen unaufgeregten wie scharfen Blick auf die Rhetorik der parlamentarischen Rechten – und zeigt, wie ihr Anspruch, für »das Volk« zu sprechen, in totalitäre Ermächtigungsvorstellungen, Rache- und Vernichtungsphantasien führt. Er legt offen, wie diese Sprache der Gewalt sich selbst verharmlosend verkleidet. Und er macht vor, wie sich solche rhetorischen Strategien durchschauen lassen.

Professor Dr. Heinrich Detering, geb. 1959, lehrt deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Göttingen, hat literaturwissenschaftliche Bücher und Aufsätze sowie Gedichtbände, Essays und Übersetzungen veröffentlicht, nahm Gastprofessuren und Poetikdozenturen in aller Welt wahr und erhielt zahlreiche wissenschaftliche und literarische Auszeichnungen. Von 2011 bis 2017 war er Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

»Will keiner trinken? keiner lachen?«

Heiner Boehncke. Foto: Förster

14.2.2020: Goethe und der Wein, vorgestellt von Heiner Boehncke

Weine begleiteten Goethe zeit seines Lebens. Als Enkel eines Weinhändlers, der im Weinkeller des Elternhauses kostbare Weine vorfand, verzichtete er weder in Weimar noch auf Reisen auf sein Lebenselixier. »Wenn man nicht lieben kann, soll man nicht trinken.« Heiner Boehncke, einer der Herausgeber des Bandes »Will keiner trinken, keiner lachen«, erzählt anhand von Gedichten, Liedern und Briefen von Goethes intensivem Verhältnis zum Wein. Schließlich lautete dessen Maxime: »Für Sorgen sorgt das liebe Leben / Und Sorgenbrecher sind die Reben.«

Heiner Boehncke, geb. 1944, war Professor für allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft in Frankfurt und Bremen. 1988 wurde er Leiter der Öffentlichkeitsarbeit beim Hessischen Rundfunk, 1998 Literaturredakteur im Programmbereich Kultur und Wissenschaft. Heiner Boehncke ist Autor zahlreicher Bücher und organisiert seit 2004 das Rheingau Literatur Festival als künstlerischer Leiter.

»Will keiner trinken? keiner lachen?« war eine Gemeinschaftsveranstaltung des Fördervereins PetriHaus und des Fördervereins der Stadtteilbibliothek Rödelheim FörSteR e.V.