Archiv der Kategorie: Lesung

Henni Nachtsheim: »Eintracht Frankfurt. Eine Liebeserklärung«

Henni Nachtsheim ©privat

Vermutlich bringt kaum ein Bundesligaverein seine Anhänger so oft an den Rand eines Nervenzusammenbruchs wie Eintracht Frankfurt. Und so ist es kein Zufall, dass der Name dieses Klubs erscheint, wenn man »Sport« und »Diva« zusammen googelt. Wer der SGE folgt, erlebt ein dauerndes Wechselbad der Gefühle. Einem Sieg über Galatasaray kann ohne Weiteres eine Pleite gegen Union Berlin folgen. Und niemand kann so ausgiebig und unterhaltsam sein Herz über die Eintracht ausschütten wie Henni Nachtsheim, der in seiner Liebeserklärung die kurvenreiche Eintracht-Geschichte bis in die jüngste Gegenwart begleitet.

Henni Nachtsheim ist Comedian, Musiker, Autor und Schauspieler. Bekannt wurde er u.a. als Sänger und Saxofonist der Rodgau Monotones und als eine Hälfte des Comedy-Duos Badesalz.

Freitag, 29. Mai 2026, 19:30 Uhr
Stadtteilbibliothek Rödelheim, Radilostraße 17-19
Eintritt 10,- € (ermäßigt 8,- €)
Ausverkauft!
Stadtteilbibliothek Rödelheim, Radilostraße 17-19,
Tel. 069/212307 75, roedelheim@stadtbuecherei.frankfurt.de
Pappmarché, Alexanderstr. 27, Tel: 069 783625
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Krimilesung im Brentanobad

»Die Summe aller Dinge«
Oliver Bottini liest aus seinem neuen Krimi

Frühjahr 2018: In Duisburg erschießt sich ein Mann am frühen Morgen, in London wird ein anderer von einem geheimnisvollen Wagen totgefahren, auf Capri sprechen alle von Mord, doch am Tatort ist weder ein Körper noch Blut zu finden. Das kann kein Zufall sein, weiß auch die Frankfurter Polizistin Vera Berg, die um ihren verstorbenen Mann trauert und nach Capri reist, um nach Antworten zu suchen. Sie ist Männern auf der Spur, die das große Geld machen wollten und den Staat um Millionen betrogen haben. Meisterhaft erzählt Oliver Bottini davon, zu was ungebremste Geldgier führen kann: politisch brisant und hoch spannend.

Oliver Bottini bei seiner Krimilesung im Brentanobad im Sommer 2023.

Oliver Bottini, 1965 geboren, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Krimipreis von Radio Bremen, den Berliner ›Krimifuchs‹, den Stuttgarter Krimipreis und sechsmal den Deutschen Krimipreis, zuletzt 2022 für ›Einmal noch sterben‹. Der neue Roman »Die Summe aller Dinge« erscheint im Mai 2026.

Freitag, 7. August 2026, 20:00 Uhr (Einlass 19:45 Uhr)
Brentano-Bad (Haupteingang Rödelheimer Parkweg gegenüber SG Rot-Weiss-Stadion)
Eintritt frei (um einen ausgelesenen Krimi als Spende für den Krimipool im Brentanobad wird gebeten). Bei Regen findet die Lesung in den Räumen des Brentanobades statt.
Eine Veranstaltung von FörSteR e.V. und der Stadtteilbibliothek Rödelheim, mit freundlicher Unterstützung der Bäderbetriebe BBF.

Nicht unter den Teppich gekehrt: Das Putzen in der Literatur

Ein literarischer Hausputz mit Texten, die sich gewaschen haben. Von und mit Ulrich Sonnenschein und Esther Maria Groh

Putzen ist die unsichtbarste Nebensache der Welt und schon gar kein Thema großer klassischer Romane. Es ist weder tragisch noch heroisch, weder philosophisch aufgeladen noch von gesellschaftlichem Prestige. Aber manchmal taucht es doch in der Literatur auf – in scheinbar beiläufigen Szenen, abseits der eigentlichen Handlung. Gerade darin liegt seine literarische Kraft: Putzen ist die stille Geste des Alltags, das sichtbare Zeichen der Ordnung in einer oft chaotischen Welt. An diesem Abend wird ein freudiger Hausputz serviert, Staub aufgewirbelt und der Feudel geschwungen. Geputzt wird dann morgen.

Ulrich Sonnenschein und Ester Groh. © Kammermusik & Literatur am Feldberg

Mit Ulrich Sonnenschein, hr2 kultur-Moderator und Literaturexperte und Esther Maria Groh, Intendantin bei Kammermusik & Literatur am Feldberg und Reinigungsfanatikerin.

Freitag, 11. September 2026, 19:30 Uhr
Stadtteilbibliothek Rödelheim, Radilostraße 17-19
Eintritt 8,- € (ermäßigt 6,- €)
Vorverkauf: Stadtteilbibliothek Rödelheim, Radilostraße 17-19,
Tel. 069/212307 75, roedelheim@stadtbuecherei.frankfurt.de
Pappmarché, Alexanderstr. 27, Tel: 069 783625
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Buchmesse-Gastland: Tschechien

Eva Profousová über Jáchym Topol und seine Romane

Tschechien ist das Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse 2026. Eva Profousová, eine der profiliertesten Übersetzerinnen aus dem Tschechischen, stellt aus diesem Anlass den tschechischen Autor Jáchim Topol und seine sprachgewaltigen und karnevalesken Romane »Ein einsamer Mensch« und »Die Hölle gibt es« nicht vor. Die Übersetzerin erhielt 2024 für ihre Übertragung von »Ein einsamer Mensch« den renommierten Straelener Übersetzerpreis. In der Begründung der Jury hieß es: »Ihr ist ein Husarenstück gelungen. Furchtlos folgt sie dem Autor und seinem Heldenkollektiv durch wilden Slapstick, krachlederne Derbheit und irrwitzige Fügungen und schafft so ein Idion, das Topols fantastischer, wüst-fantasievoller Umgangssprache ebenbürtig ist.«

Eva Profousová © Anja Kapunkt

Eva Profousová wurde 1963 in Prag geboren. Nach ihrer Flucht aus der Tschechoslowakei 1983 studierte sie an der Universität Hamburg Neuere osteuropäische Geschichte und Slawistik. Eva Profousová lebt in Hamburg.

Freitag, 2. Oktober 2026, 19:30 Uhr
Stadtteilbibliothek Rödelheim, Radilostraße 17-19
Eintritt 8,- € (ermäßigt 6,- €)
Vorverkauf: Stadtteilbibliothek Rödelheim, Radilostraße 17-19,
Tel. 069/212307 75, roedelheim@stadtbuecherei.frankfurt.de
Pappmarché, Alexanderstr. 27, Tel: 069 783625
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Frankfurt liest ein Buch 2026

Marie Luise Kaschnitz: Gott und die Welt. Aufzeichnungen aus der Wiesenau

24. April 2026: »Gott und die Welt« – nicht mehr und nicht weniger beschäftigte Marie Luise Kaschnitz in den Sechzigerjahren in ihren Texten. Die anstehenden Stürme der Studentenrevolte und der sich bald formierenden außerparlamentarischen Oppositionen sind in den Gedanken der Dichterin bereits präsent. In ihren »Aufzeichnungen aus der Wiesenau« leuchten Themen auf, die uns heute noch und wieder beschäftigen: die Zukunft der Arbeit, die Bedrohung durch technische Entwicklungen, die Veränderungen in der Natur.

Marie Luise Kaschnitz, geboren 1901 im badischen Karlsruhe, lebte von 1941 bis zu ihrem Tod 1974 vornehmlich in Frankfurt. Sie wurde mit der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt und der Ehrendoktorwürde der Goethe-Universität sowie dem Georg-Büchner-Preis, ausgezeichnet

Schauspielerin Bettina Kaminski und Verleger Rainer Weiss in der ausverkauften Veranstaltung.

Rainer Weiss, ehemaliger Lektor und Programmgeschäftsführer der Verlage Suhrkamp und Insel, stellt als Herausgeber »Gott und die Welt« vor; Bettina Kaminski, Schauspielerin und Regisseurin im Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt, liest aus »Gott und die Welt«.

»Warum nicht die Wahrheit sagen – Olympe de Gouges«

6. März 2026: Zum Internationalen Weltfrauentag: Henning Schramm liest aus seinem historisch-biografischen Roman

»Ich bin eine Frau. Ich fürchte den Tod und eure Marter. Aber ich habe kein Schuldbekenntnis zu machen. Ist nicht die Meinungsfreiheit dem Menschen als wertvollstes Erbe geweiht?« So verteidigte sich Olympe de Gouges vor dem Revolutionstribunal in Paris. Eine kompromisslose Humanistin und eine lebenslustige und mutige Frau, die als erste Frau in der Geschichte auch für das weibliche Geschlecht die Bürgerrechte einfordert. Henning Schramm entführt uns ins Paris des 18. Jahrhunderts, in die Salons der literarischen Weltstadt und den Hof von Versailles. Eine rebellische Zeit, geprägt von den Anfängen der Aufklärung und der mit der französischen Revolution verbundenen Gewalt.

Henning Schramm am 6. März 2026 in der Rödelheimer Stadtteilbibliothek. © Dinger

Henning Schramm, 1944 in Tübingen geboren, studierte Soziologie, Volkswirtschaft und Ethnologie in Mainz, Tübingen und Frankfurt. Nach verschiedenen beruflichen Stationen veröffentlichte er seit 2000 zahlreiche Romane und Sachbücher. Henning Schramm lebt in Frankfurt.

Verehrt – verfolgt – unvergessen

6.2.2026: Mascha Kaléko – eine Dichterin des 20. Jahrhunderts

Mascha Kaléko gehört zu den bekanntesten deutschen Dichterinnen, berühmt geworden Ende der Zwanzigerjahre mit Alltagsgedichten aus der Großstadt Berlin. Ihr literarisches Werk spiegelt sehr deutlich ihr persönliches Erleben von Heimatlosigkeit und Vertreibung, ist aber auch immer gekennzeichnet durch ein humorvolles, ironisches Augenzwinkern in der Tradition Heinrich Heines.

Gisela Pabel-Rüger © Dinger

In ihrer Lesung präsentierte Gisela Pabel-Rüger – illustriert mit Hilfe vieler Gedichte – Mascha Kalékos Biographie, ihren Weg von Galizien nach Berlin, nach New York und Jerusalem – und immer wieder zurück nach Europa.

Gisela Pabel-Rüger ist eine Frau mit vielen Talenten und Leidenschaften. Sie singt, spielt Theater und veranstaltet Lesungen. Über die Protagonistin ihres Abends sagt sie: »Mascha Kalékos Gedichte begleiten mich seit Jahrzehnten in allen Lebenslagen. Ich mag ihren spöttischen Unterton, ihre genaue Beobachtung von Alltagssituationen, aber auch ihre Melancholie und die berührenden Worte für Trauer und Leid.«

Die erste Förster-Veranstaltung in diesem Jahr war restlos ausverkauft, ein gelungener Start!

Sämtliche Rechte am Werk Mascha Kalékos: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co.KG, München

»In Auschwitz gab es keine Vögel«

14. November 2025: Konzert-Lesung mit Monika Held & Gregor Praml

»Bald wird es keine Überlebenden des Holocaust mehr geben – und wer erzählt dann?« Das haben sich die Autorin Monika Held und der Kontrabassist Gregor Praml gefragt und sich entschieden, selbst zu Erzählenden zu werden. Unter dem Titel »In Auschwitz gab es keine Vögel« haben sie auf der Grundlage von Monika Helds Roman »Der Schrecken verliert sich vor Ort« eine KonzertLesung erarbeitet, in der die Geschichte des KZ-Häftlings Heiner und seiner Frau Lena erzählt wird. Der Kontrabass verlässt dabei die klassische Rolle des Textbegleiters und wird zum Solisten, der mit einer eigenen Stimme die Stimmungen und Emotionen der Geschichte erzählt.

Gregor Praml und Monika Held. © Praml

Monika Held, Autorin und Journalistin, wurde für ihre journalistische Arbeit u.a. mit dem Elisabeth-Selber und dem Deutschen Sozialpreis ausgezeichnet. Ihr Roman »Der Schrecken verliert sich vor Ort« wurde in sechs Sprachen übersetzt. Gregor Praml, Kontrabassist und Komponist, lebt als gebürtiger Deutsch-Franzose in Frankfurt und ist mit der hiesigen Musikszene durch die unterschiedlichsten Projekte eng vernetzt.

Elena Fischer: Paradise Garden

10. Oktober 2025: Die 14-jährige Billie verbringt die meiste Zeit in ihrer Hochhaussiedlung. Am Monatsende reicht das Geld nur für Nudeln mit Ketchup, doch ihre Mutter Marika bringt mit Fantasie und einem großen Herzen Billies Welt zum Leuchten. Dann reist unerwünscht die Großmutter aus Ungarn an, und Billie verliert viel mehr als nur den bunten Alltag mit ihrer Mutter. Als sie Marika keine Fragen mehr stellen kann, fährt Billie im alten Nissan allein los – sie muss den ihr unbekannten Vater finden und herausbekommen, warum sie so oft vom Meer träumt, obwohl sie noch nie da war.

Elena Fischer. © Stadtteilbibliothek Rödelheim

Elena Fischer, geboren 1987, hat Komparatistik und Filmwissenschaft in Mainz studiert, wo sie mit ihrer Familie lebt. Mit einem Auszug aus ihrem Debütroman ›Paradise Garden‹ war sie 2021 Finalistin beim 29. open mike und gewann den Literaturförderpreis der Landeshauptstadt Mainz für junge Autorinnen und Autoren. Außerdem war der Roman 2023 für den Deutschen Buchpreis nominiert.

100 Jahre Neues Frankfurt – der Architekt Ernst May

12. September 2025: Ein Bauprogramm, das Architekturgeschichte schrieb, feiert 100jähriges Jubiläum.
Das „Gemischte Doppel“ diesmal solo: da Dr. Fink aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen musste, bestritt die Kulturwissenschaftlerin Petra Schwerdtner alleine den Vortrag über den bekannten Architekten Ernst May. Unterhaltsam und informativ stellte sie wichtige Stationen der Biographie von Ernst May vor und brachte dabei auch viele unbekannten Seiten ans Tageslicht. Nicht fehlen bei einem Abend über das Frankfurter Wohnungsbauprojekt durfte natürlich die einzige Frau in der May-Brigade: Margarete Schütte-Lihotzky, die Erfinderin der Frankfurter Küche, aus deren Biographie Schwerdtner einige Passagen vorlas.

Petra Schwerdtner stellte den Architekten Ernst May vor. Foto: Förster