Archiv der Kategorie: Politik

Frankfurt liest ein Buch 2021

Eva Demski liest aus Scheintod

Frankfurt am Main 1974. Ein Anwalt wird tot in seiner Kanzlei aufgefunden. Die Umstände seines Todes sind ungeklärt. Die Polizei ermittelt: Er war Anwalt der linken Szene, zu seiner Klientel gehörten RAF-Mitglieder, Rocker, Junkies und Strichjungen. Seine Frau, die seit drei Jahren von ihm getrennt lebt, beginnt, sich noch einmal mit ihm auseinanderzusetzen: mit seiner Arbeit, seinem Leben – und ihrer Liebe. Was weiß sie eigentlich von diesem Mann, den sie einmal geliebt hat, der ihr so vertraut war? Bald gerät die Witwe selbst ins Visier der polizeilichen Ermittlungen, wird der Mitwisserschaft an politischen Aktivitäten verdächtigt. Um zu begreifen, sucht sie seine Kollegen auf, Mandanten aus der Halbwelt, Genossen und ehemalige Revolutionäre.

Foto: Eva Demski © Ute Dietz

„Scheintod“, den Roman einer Liebe zu Zeiten großer politischer Unruhen, lobte die Süddeutsche Zeitung als »literarische Glanzleistung«.
Eva Demski, geboren 1944 in Regensburg, lebt in Frankfurt am Main. Für ihr literarisches Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet, 1988/89 war Eva Demski Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim.

Freitag, 29. Oktober 2021
20:00 Uhr (Einlass ab 19:45 Uhr)
Stadtteilbibliothek Rödelheim, Radilostraße 17-19, Eintritt 8,- € (ermäßigt 6,- €)
Für Häppchen und Wein sorgt der Förderverein FörSteR e.V.

Aufgrund der Corona-Bestimmungen ist die Zahl der Zuhörer*innen begrenzt, Kartenreservierung bei der Stadtteilbibliothek: Tel. (069) 212 3 07 75 oder E-Mail: roedelheim@stadtbuecherei.frankfurt.de Es gibt keine Abendkasse.

Der Besuch der Veranstaltung ist nur für geimpfte, genesene oder getestete Personen möglich. Wir bitten Sie, einen entsprechenden Nachweis bereitzuhalten. Das Tragen einer medizinischen Maske bis zum Sitzplatz ist weiterhin verpflichtend.

Was heißt hier »wir«?

Heinrich Detering zur Sprache der parlamentarischen Rechten

Rechte Politiker sprechen von »Entsorgung«, von »Umvolkung«, von »Kopftuchmädchen« und »Messermännern«. Davon, dass Hitler ein »Vogelschiss« gewesen sei. Und vor allem nehmen sie für sich in Anspruch, für »uns« und »unser Deutschland« zu sprechen. Doch was für ein »Wir« setzen sie da überhaupt voraus?

Prof. Dr. Heinrich Detering.
Foto: Maren Ermisch

Der Literaturwissenschaftler und Leibnitz-Preisträger Heinrich Detering wirft einen unaufgeregten wie scharfen Blick auf die Rhetorik der parlamentarischen Rechten – und zeigt, wie ihr Anspruch, für »das Volk« zu sprechen, in totalitäre Ermächtigungsvorstellungen, Rache- und Vernichtungsphantasien führt. Er legt offen, wie diese Sprache der Gewalt sich selbst verharmlosend verkleidet. Und er macht vor, wie sich solche rhetorischen Strategien durchschauen lassen.

Professor Dr. Heinrich Detering, geb. 1959, lehrt deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Göttingen, hat literaturwissenschaftliche Bücher und Aufsätze sowie Gedichtbände, Essays und Übersetzungen veröffentlicht, nahm Gastprofessuren und Poetikdozenturen in aller Welt wahr und erhielt zahlreiche wissenschaftliche und literarische Auszeichnungen. Von 2011 bis 2017 war er Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Freitag, 31. Januar 2020, 19:30 Uhr
Stadtteilbibliothek Rödelheim, Radilostraße 17-19
Eintritt: € 6.- (ermäßigt € 4.-)
Für Häppchen und Wein sorgt der Förderverein FörSteR

Die NSU-Monologe / NSU-Monologlari

Ein Theaterstück der Bühne für Menschenrechte

Die Mitglieder der neonazistischen, terroristischen Vereinigung NSU (Nationalsozialistischer Untergrund), Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, ermordeten zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin, verübten 43 Mordversuche, 15 Raubüberfälle und drei Sprengstoffanschläge.

Foto: Bühne für Menschenrechte/Uli Malende

8. November 2019: Die NSU-MONOLOGE erzählen von den jahrelangen Kämpfen dreier Familien der Opfer des NSU – von Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat: von ihrem Mut, in der 1. Reihe eines Trauermarschs zu stehen, von der Willensstärke, die Umbenennung einer Straße einzufordern und vom Versuch, die eigene Erinnerung an den geliebten Menschen gegen die vermeintliche Wahrheit der Behörden zu verteidigen. Die NSU-MONOLOGE sind dokumentarisches, wortgetreues Theater, mal behutsam, mal fordernd, mal wütend – roh und direkt liefern sie uns intime Einblicke in den Kampf der Angehörigen um Wahrheit und sind in Zeiten des Erstarkens von Rechtsextremismus an Aktualität kaum zu überbieten. »Diese Erzählungen gehen wirklich unter die Haut.« WDR-Fernsehen.

Eine Veranstaltung des Fördervereins der Stadtteilbibliothek Rödelheim FörSteR e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadtteilbibliothek, dem RaUM für Kinder und Teenies, Courage gegen Rassismus, dem AWO-Ortsverein Rödelheim und dem Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Frankfurt am Main