Archiv der Kategorie: Lesung

Astrid Lindgren. Ihr Leben

Am 2. Februar stellte Ulrich Sonnenberg, Übersetzer der Biografie von Jens Andersen, die weniger bekannten Seiten Astrid Lindgrens vor.

Vor etwas mehr als siebzig Jahren erblickte Pippilotta Viktualia Rollgardina Krusmynta Efraimsdotter Långstrump das Licht der literarischen Welt und begründete die außergewöhnliche Karriere der Schriftstellerin Astrid Lindgren. Auf „Pippi Langstrumpf“ folgten Bücher, die die Kinderliteratur revolutionierten – und ihre Autorin schon zu Lebzeiten zu einer Legende werden ließen. 2002 verstarb Lindgren 94-jährig; man kannte sie als engagierte Frau, die für Frieden, Gerechtigkeit und die Rechte von Kindern eintrat. Jens Andersen erzählt in seiner preisgekrönten Biografie „ihr Werk und Leben erschreckend neu“ (SZ). Über Jahre hinweg studierte er unveröffentlichte Quellen, und so kommt eine Autorin zu Wort, die nicht nur weltweit Erfolge feiern durfte, sondern Einsamkeit und Trauer kannte und ein Leben lang von Schuldgefühlen geplagt war. Zugleich aber erzählt Jens Andersen eine Geschichte von Moderne und Modernisierung – Astrid Lindgren, die das 20. Jahrhundert miterlebt und mitgeprägt hat, wird zu einer bewundernswerten Ikone des Jahrhunderts der Gleichberechtigung.

Ulrich Sonnenberg arbeitet als freier Übersetzer und Herausgeber aus dem Dänischen und Norwegischen in Rödelheim. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören Hans Christian Andersen, Carsten Jensen und Karl Ove Knausgård. 2013 erhielt er den Übersetzerpreis des Staatlichen Dänischen Kunstrats.

»Spiel der Sinne«

Oliver Steller spricht und singt Lyrik von Dichterinnen. Mit Bernd Winterschladen (Saxophon).

Bei der letzten Förster-Veranstaltung des Jahres am 17. November 2017 präsentierte Oliver Steller in seinem Programm »Spiel der Sinne« ein Kaleidoskop poetischer Frauenstimmen, über Jahre zusammengetragen aus vielen kleinen Bruchstücken. Ein lyrisch-musikalisches Miteinander, Nebeneinander und Gegeneinander von Gedichten und Liedern. »Scharfsinnig, einfühlsam, unterhaltsam und überraschend!« (Focus). Mit Texten von Else Lasker-Schüler, Mascha Kaléko, Hilde Domin, Ina Seidel, Ingeborg Bachmann, Karin Kiwus, Rose Ausländer, Annette von Droste-Hülshoff, Eva Strittmatter, Marie-Luise Kaschnitz, Ulla Hahn und viele anderen. Unterstützt wurde Oliver Steller durch den Saxophonisten und Klarinettisten Bernd Winterschladen.

Oliver Steller, Jahrgang 1967, hat seine Liebe zur Literatur nach der Schule wiederentdeckt. Seitdem vertont er Gedichte. Im Anschluss an ein Musikstudium in den USA und einem Jahrzehnt als freischaffender Musiker, gab der Gitarrist und Sänger 1995 sein Debüt als Rezitator. Für die FAZ ist Oliver Steller »die Stimme deutscher Lyrik«.

»Der Schleier im Main«

29. September 2017: Clemens Bachmann stellt Alexandre Dumas’ wiederentdeckten Frankfurt-Roman vor

Frankreich ist 2017 das Gastland der Frankfurter Buchmesse. Einhundertfünfzig Jahre zuvor, 1867, besuchte Alexandre Dumas, der berühmte Autor der »Drei Musketiere«, Frankfurt zur Zeit der preußischen Besetzung. Begeistert von der Liberalität der Frankfurter Bürger und entsetzt über die preußische Schreckensherrschaft schrieb er »Der Schleier im Main«, einen großen historischen Roman, zugleich eine dramatische Abenteuer- und zu Herzen gehende Liebesgeschichte und eine Hommage an das Frankfurt des 19. Jahrhunderts. Der Herausgeber Clemens Bachmann hat den nie ins Deutsche übersetzten Roman wiederentdeckt und nacherzählt. »Eine wirkliche Entdeckung!« (FAZ)

Krimilesung im Brentanobad

18.8.2017: Tilman Spreckelsen: Der Nordseeschwur – Ein Theodor-Storm-Krimi
Zum großen Sängerfest strömen Tausende 1844 nach Bredstedt bei Husum. Aber Rechtsanwalt Theodor Storm und sein Schreiber Peter Söt wissen, dass dort gefährliche politische Reden gehalten werden. Dann, mitten auf dem Fest, ein Mord.

Frankfurt liest ein Buch 2017

28. April 2017: Von den Gesichtern der Sprache ‒ Die Abenteuer des Herbert Heckmann. Wilfried F. Schoeller präsentierte den Roman „Benjamin und seine Väter“. Der ehemalige Fernsehmoderator Wilfried F. Schoeller, enger Freund und langjähriger Kollege des Autors, stellte den Roman „Benjamin und seine Väter“ vor und erzählte von dem Schriftsteller Herbert Heckmann (1930-1999).

Bachtyar Ali: »Der letzte Granatapfel«

17. März 2017: Lesung und Gespräch mit Bachtyar Ali und Martin Maria Schwarz (hr2 kultur). Der Roman „Der letzte Granatapfel“ erzählt die Geschichte von Muzafari Subhdam, der sich an Bord eines Bootes befindet, das ihn zusammen mit anderen Flüchtlingen in den Westen bringen soll. Als hochrangiger Peschmerga war er in einundzwanzigjährige Gefangenschaft geraten. Wieder in Freiheit, begibt er sich auf eine Reise durch das, was aus seinem Land geworden ist. Eine Reise durch Geschichten, Geheimnisse und zu Personen, die ihm dabei helfen, seinen verschollenen Sohn zu finden. Eine Reise, die ihn schließlich auf den Weg führt, den schon Tausende vor ihm genommen haben: übers Mittelmeer in den Westen. Ein Roman von bedrückender Aktualität und berückender Poesie.

Bachtyar Ali wurde 1966 im Nordirak geboren. 1983 geriet er durch sein Engagement in den Studentenprotesten in Konflikt mit der Diktatur Saddam Husseins. Er brach sein Geologiestudium ab, um sich der Poesie zu widmen. Sein erster Gedichtband erschien 1992, inzwischen umfasst sein Werk Romane, Gedichte und Essays. Seit Mitte der Neunzigerjahre lebt er in Deutschland.

Martin Maria Schwarz hat Germanistik, Romanistik und Kunstgeschichte studiert und arbeitet als Redakteur, Sprecher und Moderator in der Kulturredaktion des Hessischen Rundfunks und als Autor u. a. für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Und wie sich erst kurzfristig ergeben hat, wird der Abend musikalisch begleitet durch Diab Omer, der traditionelle kurdisch-syrische Volksmusik auf der kurdischen Bouzouk spielt.

Das schreibt die Presse über „Der letzte Granatapfel“: Weiterlesen

Süß Sauer Pur

Unterwegs in der Frankfurter Apfelweinkultur
Freitag, 3. Februar 2017. Andrea Diener, Stefan Geyer und Konstantin Kalweram präsentierten bei einem guten Schoppen ihr jüngstes Werk über die Frankfurter Apfelweinkultur: „Süß Sauer Pur“. In kurzweiligen Beiträgen erkunden sie mit einer Reihe anderer Autoren die vielseitige Welt des Apfelweins. Nichts ist für Frankfurt und die Region prägender und identitätsstiftender als die Kultur rund um den Apfel. Von der harten Bank einer Ebbelwoiwirtschaft bis zu den Geheimnissen des gemeinen Bembels und den Abgründen einer alten Kellnerseele, von der Normandie bis in den Frankfurter Stadtwald, von Sachsenhausen über die Streuobstwiesen nach Rödelheim.
Für eine ausführliche Apfelweinprobe mit diversen Spezialitäten sorgte die Kelterei Possmann, für Häppchen wie immer der Förderverein FörSteR
 

Alberto Giacometti

giacomettiKunst und Literatur im gemischten Doppel
Kulturwissenschaftlerin Petra Schwerdtner und Germanist Dr. Adolf Fink bieten ungewöhnliche Perspektiven auf Leben und Schaffen des berühmten Künstlers.
Bekannt geworden durch seine „Stecknadel-Figuren“ gehört der Schweizer Künstler Alberto Giacometti heute zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Ebenso war er als Maler und Graphiker tätig. Auch die Literatur spielte eine wichtige Rolle in seinem Leben. Die Veranstaltung gibt vertiefende Einblicke in die Ausstellung in der Schirn vom 28.10.2016 bis 22.1.2017.

Donnerstag, 1. Dezember 2016, 19.30 Uhr, Stadtteilbibliothek Rödelheim.
Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €
Für Häppchen und Wein sorgt der FörSteR e. V.

»Es will merr net in mein Kopp enei«

quast13112016

Die Stoltze-Revue mit Michael Quast und Stefani Kunkel
Ausverkauftes Haus am 11.11.2016 im Gemeindesaal der Cyriakusgemeinde bei der eindrucksvollen Stoltze-Revue. Ein Frankfurter Dichter zwischen Rebellion und Biedermeier! Mit beherztem Zugriff erwecken Michael Quast und Stefanie Kunkel Stoltzes Gedichte zu neuem Leben und verwandeln Geschichten in kleine Hörspiele. Markus Neumeyer hat gefühlvolle Balladen, freche Liederche und mitreißende Songs komponiert – so hat man Stoltze noch nie gehört! Zusammen mit den Projektionen von historischem Bildmaterial entsteht ein Programm, das Friedrich Stoltze und das Frankfurt seiner Zeit lebendig werden lässt. 
Musikalische Leitung und am Klavier: Markus Neumeyer, Oboe/Saxophon: Susanne Kohnen, Kontrabass: Gregor Praml
Foto: Förster/Heidt

Literatuur uit de Lage Landen

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Flandern und Niederlande – Ehrengäste der Buchmesse 2016
Flandern und die Niederlande teilen nicht nur eine gemeinsame Sprache, sondern können auch auf eine lange gemeinsame Geschichte zurückblicken, vor allem in der Literatur und Kultur. 2015 wurde in der Stadtteilbibliothek Rödelheim die Literatur des Buchmesse-Gastlandes Indonesien vorgestellt hat, in diesem Jahr waren Flandern und die Niederlanden das Thema bei der gut besuchten Veranstaltung am Freitag, 7. Oktober. Martin Maria Schwarz, Redakteur und Moderator von hr2 kultur, las ausgewählte Texte niederländischer Autorinnen und Autoren und unterhielt sich mit der Expertin für niederländisch-flämische Literatur Laurette Artois, die seit 1985 niederländische Sprache, Kultur und Literatur an der Johann Wolfgang Goethe-Universität lehrt. Im zweiten Teil des Abends stellte der niederländische Autor Thomas Heerma van Voss (Mitte) seinen gerade erschienenen Roman „Stern geht“ vor ‒ eine berührende Vater-Sohn-Geschichte, das Porträt eines eigenwilligen Träumers. Thomas Heerma van Voss, 1990 geboren, studierte in London und Amsterdam und gilt in den Niederlanden als eines der größten literarischen Talente seiner Generation. „Stern geht“ ist sein erstes Buch auf Deutsch. Begleitet wurde der Abend von kulinarischen Spezialitäten aus Flandern und den Niederlanden.